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Energienews


UNITI stellt klar: Für E-Fuels werden nicht mehr Windräder benötigt als für die E-Mobilität! (29.09.2021)

Das Bundesumweltministerium (BMU) hat auf Basis von Daten des ifeu eine Darstellung¹ veröffentlicht, wonach für die Erzeugung des Grünstroms, der für die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen gebraucht wird, deutlich mehr Windräder errichtet werden müssten, als für Ladestrom von batterieelektrischen Pkw. UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e.V. stellt klar: Eine solche Aussage basiert auf der falschen Prämisse, wonach die Erneuerbaren Energien zur Herstellung der E-Fuels in Deutschland gewonnen würden. Zutreffend ist vielmehr, dass diese in wind- und sonnenreichen Regionen der Welt erzeugt werden sollen.

Bundesumweltministerium nutzt falsche Prämissen
Die Antwort auf die Frage, wie viele Windräder oder Photovoltaik-Anlagen benötigt werden, um die durchschnittliche jährliche Fahrleistung eines Mittelklasse-Pkw (ca. 14.000 km) mit Direktstrom (als batterieelektrisches Fahrzeug - BEV) oder mit E-Fuels (als Fahrzeug mit Verbrennungsmotor - ICEV) abzudecken, hat Einfluss auf die politischen Weichenstellungen zur Energiewende im Straßenverkehr. „Daher ist wichtig, in der Debatte nicht schon mit falschen Grundannahmen zu arbeiten“, mahnt UNITI-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn an. Das BMU verkennt in seiner Darstellung, dass Strom für E-Fuels an internationalen Standorten erzeugt werden soll und eben nicht in Deutschland. Während für ein BEV der Ladestrom u.a. aufgrund von technisch bedingen Speicher- und Transportrestriktionen in Deutschland gewonnen werden muss, kann der Grünstrom für die E-Fuels-Herstellung an international besonders geeigneten wind- und sonnenreichen Standorten erzeugt werden - beispielsweise in Nordafrika, dem mittleren Osten, Patagonien oder Australien. Elmar Kühn: „Wenn einer der maßgeblichen Vorteile der E-Fuels unterschlagen wird, drängt sich der Eindruck auf, dass die Effizienz von E-Fuels aus ideologischen Gründen künstlich schlechtgerechnet werden soll. Das ist ärgerlich, zumal diese irreführende Darstellung des Ministeriums auch von anderen Akteuren übernommen wurde.“

Klare Faktenlage
Mit der gleichen PV- bzw. Windkraftanlage wie in Deutschland kann an internationalen Standorten eine vielfache Menge an erneuerbar erzeugtem Strom gewonnen werden. Anlagen mit Standort Deutschland sind in ihrem Potenzial vergleichsweise beschränkt – so erreicht ein in der Bundesrepublik eingesetztes Windrad (Onshore) maximal 2.500 Volllaststunden (VLS); im Durchschnitt läuft ein Windrad in Deutschland nur 1.500 VLS. Ein in Patagonien installiertes Windrad kann bis zu 5.200 VLS erreichen. Für Photovoltaikerträge stehen in Deutschland 969 VLS und in Marokko 2.344 VLS zur Verfügung. Ohnehin wird Deutschland aufgrund der sehr begrenzten Flächenverfügbarkeit, die einem weiteren Ausbau der Anlagen zur Gewinnung heimischer Erneuerbarer Energien im Weg steht, auf den Import von Grünstrom in Form flüssiger E-Fuels aus dem Ausland angewiesen sein.

UNITI-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn zieht ein Fazit: „Unter Berücksichtigung der Gesamteffizienz, entsprechender EE-Potenzialstandorte sowie weiterer Faktoren verschwinden vermeintliche Effizienzvorteile des Fahrens mit BEVs gegenüber mit E-Fuels betriebenen ICEVs. Werden E-Fuels in Regionen der Welt mit höheren Volllaststunden produziert, dann werden dafür dort nicht mehr Windräder oder PV-Anlagen als für den Ladestrom für die Elektromobilität in Deutschland benötigt!“ Und die Energiewende im Verkehr könnte mit E-Fuels für die Verbraucher günstiger werden, denn die Kosten für die Erzeugung von Grünstrom sind in Deutschland aufgrund der geringeren Erträge um ein Vielfaches höher als in den für die EE-Gewinnung besonders geeigneten Weltregionen.

 

Quelle: UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e.V. 

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